Vergessen Sie die „beste" Schliff-form.

Die Frage kommt fast immer zuerst: Welcher Diamantschliff ist der beste?

Meine ehrliche Antwort: keiner.

Rund, oval und Baguette folgen unterschiedlichen gestalterischen Ideen. Jede Form hat ihren eigenen Charakter. Die eine bringt viel Funkeln, die andere wirkt weich und elegant, die nächste klar und beinahe architektonisch.

Es geht nicht darum, welcher Schliff gewinnt.

Sondern darum, welcher zu Ihnen passt.

Hier sind drei Formen, die oft miteinander verglichen werden. Und was sie tatsächlich unterscheidet.


1. Rund ist kein langweiliger Standard

Der runde Brillantschliff gilt oft als die sichere Wahl. Das wird ihm nicht ganz gerecht.

Individuelle Anfertigung mit 1,50ct Labordiamant

Seine Facetten sind darauf angelegt, das einfallende Licht wirkungsvoll zurückzuwerfen. Bei einem gut geschliffenen Stein entsteht so das lebhafte Funkeln, für das der runde Brillant bekannt ist.

Aber Funkeln allein erklärt nicht, warum diese Form so beliebt geblieben ist.

Rund ist vertraut, vielseitig und lässt sich gut mit unterschiedlichen Fassungen kombinieren. Auch die Qualität des Schliffs lässt sich bei runden Brillanten anhand etablierter Kriterien besonders gut vergleichen.

Der Haken? Runde Diamanten kosten bei vergleichbarer Qualität oft mehr als längliche Formen. Beim Schleifen kann weniger vom Rohdiamanten als fertiger Stein übrig bleiben. Dazu kommt die große Nachfrage.

Das macht Rund nicht besser.

Nur besonders beliebt.


2. Oval ist nicht einfach nur „größer“

Oval wird gern als der Diamant beschrieben, der größer aussieht, als er ist.

Das stimmt nur teilweise. Bei gleichem Karatgewicht kann ein Oval von oben oft mehr Fläche zeigen als ein runder Stein. Der Effekt entsteht durch seine längliche Form, nicht durch einen Trick.

Aber zwei Ovale können völlig unterschiedlich wirken.

Manche sind schlank und elegant. Andere breiter und ruhiger. Und bei länglichen Brillantschliffen kann ein sogenannter Bow-Tie-Effekt auftreten: ein dunklerer Schatten quer durch die Mitte des Steins.

Wie stark er sichtbar ist, lässt sich nicht zuverlässig am Zertifikat ablesen. Deshalb schaue ich mir Ovale am liebsten direkt an. Am Finger, in unterschiedlichen Lichtverhältnissen und nicht nur auf dem Papier.

Denn die entscheidende Frage ist nicht, welches Oval rechnerisch am längsten ist.

Sondern welches an Ihrer Hand richtig aussieht.

3. Baguette ist kein Beiwerk

Baguette-Diamanten werden oft als Seitensteine betrachtet. Nett, aber nicht die Hauptsache.

Dabei hat diese Form ihren ganz eigenen Auftritt.

Baguette ist ein Stufenschliff mit langen, geraden Facetten. Statt vieler kleiner Lichtblitze entsteht ein ruhiger, spiegelnder Effekt. Klar, geometrisch und ein wenig Art déco.

Model Fierce mit 2,00ct. Labordiamant in Baguette Cut

Die großen, offenen Flächen zeigen aber auch mehr. Einschlüsse und Farbunterschiede können deutlicher zu sehen sein als bei einem Brillantschliff. Deshalb sollte man bei Baguette-Diamanten genauer auf Farbe und Reinheit achten.

Das ist keine Schwäche.

Es ist einfach eine andere Art, einen Diamanten zu zeigen.

Wer viel Funkeln möchte, landet oft beim Brillanten. Wer klare Linien und ruhige Flächen mag, könnte sich im Baguette wiederfinden.

Und manchmal macht gerade die Kombination den Reiz aus: ein Baguette neben einem runden Stein, ein klarer Schliff neben einem weicheren.


Der Schliff muss nicht auf dem Papier überzeugen

Auf dem Papier lässt sich jede Form beschreiben. Wie sie an Ihrer Hand wirkt, sehen Sie erst, wenn Sie den Stein tatsächlich betrachten.

Rund, oval und Baguette sehen nicht nur unterschiedlich aus. Sie reagieren auch anders auf Licht, Fassung und Proportionen des Rings.

Manche wissen sofort, welche Form sie möchten. Andere legen mehrere Steine nebeneinander und merken erst dann, welcher sie wirklich anspricht.

Beides ist völlig normal.

Bei uns im Atelier können Sie unterschiedliche Formen direkt vergleichen. Ohne Verkaufsdruck und ohne Tabelle, die Ihnen die Entscheidung abnimmt.

Denn die beste Schliffform ist nicht die, die angeblich alle anderen übertrifft.

Es ist die, die sich für Sie richtig anfühlt.

Welcher Diamant passt zu Ihnen?

Wenn Sie zwischen mehreren Formen schwanken, sehen wir uns die Steine gemeinsam an. Mit echtem Licht, auf Ihrer Hand und in passenden Fassungen.

Sie müssen noch keine Entscheidung mitbringen. Eine erste Idee reicht. Manchmal auch nur die Frage, warum Ihnen ein bestimmter Ring auf einem Foto gefallen hat.

Atelier Nowak - Hinterbrühl bei Wien (Termine nach Vereinbarung)

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