Labordiamant oder Naturdiamant: Was Sie wirklich unterscheidet

Rund um Naturdiamanten und Labordiamanten kursieren erstaunlich viele Halbwahrheiten. Ist ein Labordiamant überhaupt ein echter Diamant? Braucht man für den Wiederverkaufswert unbedingt einen Naturstein? Lohnt sich ein Naturdiamant überhaupt noch? In einer Branche, die bei diesem Thema gern im Unklaren bleibt, möchten wir hier einmal offen erklären, worin sich beide wirklich unterscheiden.

Bei uns im Atelier ist das keine akademische Frage, sondern eine, die fast jedes Beratungsgespräch prägt. Hier ist, was wirklich zählt.

Wie ein Diamant entsteht

Der natürliche Weg

Ein gut geschliffener Labordiamant funkelt genauso schön und ist genauso robust wie ein Naturdiamant, schont dabei aber die Brieftasche.

Naturdiamanten entstehen tief im Erdinneren, wenn winzige Kohlenstoffatome über Jahrmilliarden extremer Hitze und enormem Druck ausgesetzt sind. Vulkanische Aktivität trägt sie dann in sogenannten Kimberlit-Schloten an die Erdoberfläche - ein Prozess, der so selten und aufwendig ist, dass die Menschheit seit Jahrhunderten buchstäblich Berge versetzt, um an diese Steine zu gelangen.

Der Weg aus dem Labor

Seit den 1950er-Jahren lässt sich derselbe Prozess im Labor nachbilden. Ein Labordiamant ist chemisch, optisch und physikalisch vollständig identisch mit einem Naturdiamanten - ein hilfreicher Vergleich dafür ist Eis: Es entsteht von selbst in der Natur, lässt sich mit einem Gefrierschrank aber ebenso zuverlässig zu Hause herstellen, ohne dass sich am Ergebnis etwas ändert. Ein Labordiamant ist also ein ebenso echter Diamant wie jeder Naturstein - nur eben mit einem anderen Entstehungsort.

Zwei Verfahren, ein Ergebnis

Im Labor kommen zwei Verfahren zum Einsatz. Beim älteren HPHT-Verfahren (Hochdruck, Hochtemperatur) pressen enormer Druck und Temperaturen über 2.000 Grad Celsius einen winzigen Kohlenstoffkeim zu einem Diamanten zusammen. Beim neueren CVD-Verfahren (chemische Gasphasenabscheidung) wird ein dünner Diamant-Keim - oft selbst aus dem HPHT-Verfahren - in eine versiegelte Kammer mit kohlenstoffreichem Gas gelegt. Das Gas wird ionisiert, sodass sich der Kohlenstoff Schicht für Schicht am Keim anlagert, bis daraus ein vollständiger Diamantkristall gewachsen ist.

Diamant ist nicht gleich Diamant: die Typen-Frage

Dieser individuelle Labordiamant kommt in einer zweifarbigen Fassung besonders schön zur Geltung.

Reiner Kohlenstoff wäre schön einfach - in der Realität lagern sich beim Wachstum eines Diamanten oft weitere Spurenelemente ein, allen voran Bor oder Stickstoff. Diese winzigen Fremdatome beeinflussen Farbe, Einschlüsse und sogar die Kristallform, und genau daraus leitet sich die gemmologische Einteilung in Diamant-„Typen" ab.

Ganz grob unterschieden gibt es fünf Typen. Labordiamanten sind fast immer Typ IIa: farblos und praktisch frei von Verunreinigungen. Manche im HPHT-Verfahren gewachsenen Steine gehören zu Typ IIb, mit etwas Bor im Kristallgitter - genau wie bei Naturdiamanten kann das einen leichten Blauton ergeben, der dann im Zertifikat vermerkt wird.

In der Natur sind Typ-IIa-Diamanten extrem selten - weniger als zwei Prozent aller geförderten Steine erreichen diese Reinheit. Im Naturdiamant-Segment landen sie deshalb meist bei Sammlern und Auktionshäusern, kaum je in einem gewöhnlichen Verlobungsring.

Der ökologische Unterschied

Diamantabbau ist naturgemäß ein Eingriff, der Spuren hinterlässt - endliche Vorkommen, die zunehmend tiefer und aufwendiger erschlossen werden müssen. Aber auch Labordiamanten haben eine Umweltbilanz, die man kennen sollte, auch wenn sie insgesamt deutlich geringer ausfällt.

Energie, Wasser, Fläche

Naturdiamanten benötigen Branchenschätzungen zufolge etwa doppelt so viel Energie pro Karat wie Labordiamanten, dazu ein Vielfaches an Wasser - während beim Abbau für jedes Karat große Erdflächen bewegt und tonnenweise mineralischer Abraum erzeugt werden. Manche Labore setzen inzwischen vollständig auf erneuerbare Energie wie Solar- oder Wasserkraft, andere Produktionsstätten laufen noch kohlebetrieben. Wer Wert auf nachhaltig gewachsene Steine legt, kann und sollte gezielt danach fragen.

Diese Zahlen bespreche ich gern offen im Gespräch. Denn genau hier liegt für mich der eigentliche Vorteil des Labordiamanten - nicht nur beim Preis, sondern beim ruhigen Gewissen, mit dem man den Ring danach trägt.

Zertifizierung: worauf Sie achten sollten

Die etablierten Labore tun sich mit Labordiamanten noch unterschiedlich leicht. Die GIA vergibt zwar auch für Labordiamanten Gutachten, bewertet Farbe darin aber eher in Bereichen als in exakten Abstufungen - das wirkt sich spürbar auf Preis und Wiederverkaufswert aus. IGI und GCAL haben diese Lücke geschlossen und bieten vollständige, international anerkannte Gutachten für Labordiamanten, mit denselben Prüfverfahren wie bei Natursteinen.

Bei uns bekommen Sie zu jedem Labordiamanten ein Zertifikat eines dieser anerkannten Labore - Herkunft und Qualität sind damit genauso nachvollziehbar wie bei jedem Naturstein.

Welcher Diamant passt zu Ihnen

Labordiamanten gibt es wie Naturdiamanten in allen Größen, Formen, Farben und Reinheitsgraden.

Am Ende ist die Wahl zwischen Naturdiamant und Labordiamant keine Frage von richtig oder falsch, sondern eine sehr persönliche Entscheidung - abhängig davon, was Ihnen wichtiger ist: Budget, Nachhaltigkeit, oder die jahrmillionenalte Geschichte eines Natursteins.

Ein Labordiamant kostet meist deutlich weniger als ein vergleichbarer Naturstein - bei gleicher Qualität, gleichem Feuer, gleicher Härte. Wer sich dennoch für einen Naturdiamanten entscheidet, tut das oft genau wegen dieser Geschichte, die so ein Stein schon hinter sich hat, bevor er überhaupt bei Ihnen ankommt. Beides ist eine gute Entscheidung - nur eben eine andere.

Noch unentschlossen zwischen Natur- und Labordiamant?

Genau diese Frage besprechen wir am liebsten persönlich - mit echten Steinen nebeneinander auf dem Tisch, nicht nur auf dem Bildschirm. Kommen Sie vorbei oder vereinbaren Sie einen Termin für ein unkompliziertes Gespräch.

Noch unsicher, ob ein Termin schon der richtige Schritt ist? Schicken Sie mir einfach ein Foto oder eine Frage - ich antworte persönlich, meist innerhalb von ein bis zwei Tagen.

- Ihr Atelier Nowak

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